Neue Aspekte der Ernährung im Ausdauersport
Die körperliche Aktivität und das Ernährungsverhalten von Ausdauersportlern zeigen kaum Übereinstimmungen mit dem inaktiven Lebenswandel und der hyperkalorischen Ernährungsweise von Typ-2-Diabetikern. Trotzdem weisen Ausdauersportler und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 einen stark erhöhten Gehalt an Speicherfetten in der Muskulatur auf. Diese paradox wirkende Beobachtung stellte Wissenschaftler viele Jahre vor ein Rätsel. Sind Diabetiker doch nicht krank oder bewirkt Ausdauersport diabetische Gesundheitsstörungen?
Noch interessanter erwiesen sich die Ergebnisse zur Untersuchung des Muskelstoffwechsels bei Ausdauersportlern und Typ-2-Diabetikern. Bei beiden Personengruppen konnte gezeigt werden, dass die Abbauprodukte der in den Muskelzellen verbrannten Fettsäuren zur Hemmung des Glucoseabbaus führten (Randle et al. 1963, Jansson & Kaijser 1982).
Mittels Forschungsarbeiten zur Thematik kam man zu der Erkenntnis, dass der hohe Gehalt an Speicherfett in der Muskulatur und die Hemmung der Glucoseverbrennung sowohl durch zu viel essen und Bewegungsfaulheit als auch durch regelmäßigen Ausdauersport verursacht werden können. Kritisch mag diesbezüglich hinterfragt werden, warum Ausdauersport dann überhaupt zur Vorbeugung und Therapie von Diabetes mellitus Typ 2 empfohlen wird?
So widersprüchlich wie sich diese Beobachtungen erwiesen, sind diese allerdings nicht. Die Lösung des Phänomens liegt in der Verfügbarkeit der Glucose begründet. Beim Ausdauerathleten und beim Diabetiker kann die Muskelzelle nur begrenzt auf Glucose als Energieträger zurückgreifen. Beim Ausdauersportler wird die begrenzt verfügbare Glucose verbrannt und beim Diabetiker kommt die Glucose nur begrenzt in die Muskelzelle hinein. Alternativ bleibt der Muskelzelle die Möglichkeit, Fett zur Energiebereitstellung zu verbrennen. Damit Fett als Energiequelle immer reichlich vorhanden ist, wird dieses in der Muskelzelle auch gleich verstärkt eingelagert.
Vorwegzunehmen ist, dass Ausdauersport nicht zu Typ-2-Diabetes führt und auch weiterhin zur Vorbeugung der Erkrankung beiträgt.
Bezüglich
der Leistungsfähigkeit im Ausdauersport ergeben sich jedoch neue,
interessante Denk- und Praxisansätze. Der erhöhte Muskelfettgehalt und
die Hemmung der Glucoseverbrennung weisen darauf hin, dass die
Muskelzellen beim Ausdauertrainierten einer Stoffwechselanpassung
unterliegen. Sie lernen sparsam mit der begrenzt verfügbaren Glucose zu
haushalten und verbrennen verstärkt das reichlich verfügbare Fett. Das
Fett dient dabei als Energielieferant bei Grundlagenbelastungen und die
Glucose wird für Leistungsspitzen und Endspurts aufgespart. Vereinfacht
ausgedrückt heißt das: Fett stabilisiert die
Grundlagenausdauerleistungsfähigkeit und Glucose stabilisiert die
anstrengenden Belastungsabschnitte.
Das könnte auch eine Erklärung
dafür sein, warum unsere Steinzeitvorfahren infolge ihrer fettbetonten
Ernährung ausdauernde und nimmermüde Läufer waren (Cordain & Friel
2005).
Alles nur geklaut?
Zum Teil geistern Meinungen herum, denen nach das Prinzhausen-Prinzip nichts Neues sei. Mehr noch soll im Buch die altbekannte „Saltin-Diät“ in neuem Gewand verkauft werden. Selbstverständlich stimmt das nicht. Wer das Buch wirklich gelesen hat, kann nicht auf einen solchen Gedanken kommen.
Die Darstellungen im Buch „das Prinzhausen-Prinzip“ beschreiben konkret und klar ein Ernährungskonzept, dass vorher ansatzweise nur in den Büchern „LOGI und Low Carb in der Sporternährung“ (Prinzhausen 2005) und „Strategien der Leistungsernährung für Sportler“ (Prinzhausen 2003) aufgeführt worden ist. Dass der Autor seine eigenen Ideen ausbaut und zur Praxisreife bringt, ist sicherlich als legitim zu bezeichnen!
Zur Abgrenzung des Prinzhausen-Prinzips von anderen Konzepten werden hier noch einmal wesentliche Unterschiede zur „Saltin-Diät“ herausgestellt.
Zukunftsmusik
Im Buch das „Prinzhausen-Prinzip“ wurde darauf Wert gelegt, eine verständliche und praxisnahe Beschreibung der Grundlagen des Konzeptes zu vermitteln. Neben den Grundlagen gibt es jedoch weitere Aspekte, die den Ausdauerathleten interessieren. Dazu gehören unter anderem Muskelaufbau, Körperfett- und Gewichtsreduktion, Höhentraining und der richtige Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln. Diese und weitere Punkte sollen im zweiten Teil des Prinzhausen-Prinzips beschrieben werden. Selbstverständlich sind auch diese Aspekte in das bestehende Konzept integriert. Damit stellt der zweite Teil wichtige, zusätzliche Informationen bereit, die das Gesamtkonzept komplettieren.


