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06.09.2013 11:40 Alter: 4 yrs
Kategorie: Aktuelles

Das Problemzonen-Fettgewebe

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Am bzw. im Körper gibt es Fettgewebezonen, die selbst bei strikter Ernährung und regelmäßigem Sport kaum oder gar nicht abzubauen sind. Umgangssprachlich wird hier von den Problemzonen gesprochen. Insbesondere beim Optimieren der Körperzusammensetzung für ein verbessertes Aussehen sind die Problemzonen Anlass für Ärgernis. Bei Frauen sind die Problemzonen hauptsächlich an Hintern und Oberschenkel, bei Männern am unteren Rücken lokalisiert.

Der Hintergrund für die hartnäckige Beständigkeit dieses Fettgewebes ist in der speziellen Konstellation von Rezeptoren zu suchen, an die das Hormon Adrenalin andockt. Fettzellen, deren gespeichertes Fett problemlos zu mobilisieren ist, weisen in der Regel eine hohe Anzahl bzw. Dichte so genannter beta-adrenerger Rezeptoren auf. Wenn Adrenalin beim Sport oder beim Hungern an die beta-adrenergen Rezeptoren andockt, wird in der Zelle der Fettabbau ausgelöst.

Auf den Fettzellen der Problemzonen ist neben den beta-adrenergen Rezeptoren auch eine beachtliche Anzahl alpha-2-adrenerger Rezeptoren zu finden. Die alpha-2-adrenergen Rezeptoren hemmen den Fettabbau in den Fettzellen. Je mehr alpha-2- und je weniger beta-adrenerge Rezeptoren auf den Fettzellen sitzen, desto schwieriger ist es, den Fettabbau zu bewerkstelligen. Überwiegen die alpha-2-adrenergen Rezeptoren, bedingt Sport statt einer Steigerung der Fettverbrennung sogar die Hemmung der Fettverbrennung. Vor allem langjährig übergewichtige und inaktive Frauen weisen ein Fettgewebe mit überwiegender Anzahl an alpha-2-Rezeptoren auf. Aus diesem Grund erfahren diese Personen erst einmal kaum oder keinen Erfolg beim Abnehmen, wenn sie wieder mit dem Sport beginnen.

Der „Bierbauch“, den nicht wenige Männer vor sich hertragen, besteht aus viszeralem Fettgewebe und gehört nicht zu den Problemzonen. Im viszeralen Fett überwiegen die beta-adrenergen Rezeptoren. Der Bierbauch wäre somit verhältnismäßig unkompliziert abzubauen, wenn es die Herren denn wollten.      

Gut erforscht ist die Reaktion der Problemzonen auf verschiedene Maßnahmen beim Tier. Beim Mensch hingegen liegen nur wenige Untersuchungsergebnisse vor. Interessant erweist sich eine Studie, in der dem Körper entnommene Problemzonenfettzellen „mit Sport und Ernährung behandelt wurden“. Dabei zeigte Sport und fettarme, kohlenhydratbetonte Ernährung eine Steigerung der Fettverbrennung um das 1,2-fache. Vergleichend dazu stieg die Fettverbrennung auf das 5,4-fache an, wenn eine fettbetonte, kohlenhydratarme Ernährung und Sport simuliert wurden. 

Trainieren vormals inaktive Übergewichtige über längere Zeiträume, verändert sich das Verhältnis der adrenergen Rezeptoren. Die Anzahl der beta-adrenergen Rezeptoren erhöht sich und die Anzahl alpha-2-adrenerger Rezeptoren nimmt ab. Dadurch lässt sich das Fettgewebe im Laufe der Monate zunehmend besser abbauen.    

Bei der Reduktion übermäßigen Fettgewebes im Rahmen der Gewichtsnormalisierung wird kaum Problemzonenfett abgebaut. Sportler, die ihren Körperfettanteil auf deutlich unter zehn Prozent reduzieren, mobilisieren auch die Problemzonen. Zu erreichen ist dieses Ziel durch strikte Ernährungs- und Trainingsmaßnahmen sowie viel Geduld. Langfristig gehalten werden kann dieser niedrige Körperfettanteil allerdings nur von wenigen Personen.