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06.09.2013 11:46 Alter: 4 yrs
Kategorie: Aktuelles

Wie gesund ist Meeresfisch?

Meeresfisch stellt eine der wichtigsten Nahrungsquellen für die Omega-3-Fettsäuren Eicosapenteansäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) dar. Zudem liefert Fisch hochwertiges ...


Meeresfisch stellt eine der wichtigsten Nahrungsquellen für die Omega-3-Fettsäuren Eicosapenteansäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) dar. Zudem liefert Fisch hochwertiges Protein, Vitamine und Mineralstoffe. Die gesundheitlichen Effekte von Meeresfisch bzw. der Omega-3-Fettsäuren sind vielseitig. So zeigt eine Reihe älterer Humanstudien, dass der regelmäßige Verzehr von Meeresfisch mit einem reduzierten Herzinfarktrisiko einhergeht. Aus diesem Grund wird Meeresfisch als wertvolles Lebensmittel angesehen, welches günstigerweise zwei- bis dreimal pro Woche verzehrt werden sollte.

Aktuelle Untersuchungen zur gesundheitlichen Bedeutung von Meeresfisch kommen jedoch zu einem anderen Ergebnis. Demnach lässt sich der herzschützende Effekt von Meeresfisch kaum noch nachweisen. Zum Teil erhöht sich sogar das Risiko an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, wenn reichlich Meeresfisch verzehrt wird.

Nun stellt sich die Frage, wie diese konträren Beobachtungen zu erklären sind. Als Grund geben Wissenschaftler die zunehmende Verunreinigung der Weltmeere mit Umweltgiften an. Vor allem chlororganische Verbindungen und Schwermetalle reichern sich in Muskulatur, Leber und Kiemen der Fische an.

Im Jahr 2007 stellten einige deutsche Firmen (vorübergehend) die Verarbeitung bzw. den Verkauf der Leber des Ostseekabeljaus ein, da der Gehalt an gesundheitsschädlichen Dioxinen zu hoch war. Bereits im Handel befindliche Konserven wurden aus den Regalen genommen.    

In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass die mit dem Meeresfisch aufgenommenen Umweltgifte die vorteilhaften Effekte der Omega-3-Fettsäuren aufheben und Erkrankungen auslösen. Mittlerweile gibt es auch Hinweise beim Menschen, dass vor allem hohe Gehalte an Quecksilber im Fisch zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko beitragen.

Als weiterer Grund werden die Überfischung der Meere und die zunehmende industrielle Fischproduktion benannt. Das Angebot an Wildfängen im Handel, welche natürlicherweise reich an Omega-3-Fettsäuren sind, geht zurück. Stattdessen wird Fisch aus Farmen angeboten, der fütterungsbedingt reichlich Omega-6-Fettsäuren, aber kaum noch Omega-3-Fettsäuren enthält. Die Überversorgung mit Omega-6-Fettsäuren gilt bereits seit Jahrzehnten als Ernährungsproblem in den Industriestaaten.           

Als Alternative zum Meeresfischverzehr könnten Fischölkapseln oder Algenölkapseln dienen. Diese sind in der Regel aufbereitet, d. h., sie sind von Umweltgiften gereinigt und weisen einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren auf. Allerdings enthalten diese Kapseln „nur“ die Omega-3-Fettsäuren. Die Versorgung mit allen weiteren wertvollen Inhaltstoffen des Fisches bleibt aus. Wissenschaftler merken an, dass sich somit auch das Spektrum der gesundheitlichen Effekte einschränkt, welche sich aus dem Verzehr von (giftfreiem) Fisch ergeben.